Lehrplan 21

Leserbrief

Vorwärts gehen, oder sitzen bleiben?

Eine interessante Vorstellung ist es, die Ausbildungsinhalte der Bäcker, der Ärzte, der Landwirte usw. würde detailliert vom Landrat festgelegt. Ob die Ausbildungsqualität damit gesteigert würde? Der Landrat soll Gesetze beschliessen, oder im Idealfall vor allem überflüssige Gesetze streichen, doch fachliche Ausbildungsinhalte gehören zu Recht nicht in seine Kompetenz. Dies sehen interessanterweise die meisten Kantone so. Auch deshalb ist die Initiative gegen die „Einführung Lehrplan 21“ deutlich abzulehnen. Der Lehrplan 21 ist in der Primarschule gut eingeführt.

Faszinierend ist auch, wie nun alle Probleme der Schule diesem Lehrplan angelastet werden. Natürlich ist die zunehmende Bürokratisierung ein Problem! In der Schule, in der Wirtschaft, der Landwirtschaft, der Pflege, alle kennen diese Entwicklung und noch niemand hat ein Mittel dagegen gefunden. Dem Lehrplan 21 dafür die Schuld in die Schuhe zu schieben, ist unredlich. Der Lehrplan 21 sorge nicht dafür, dass die Niveaus A, E und P als gleichwertige Niveaus mit unterschiedlichen Kompetenzen angesehen werden. Da wird dem Lehrplan zugetraut, dass er eine Gesellschaft auf den Kopf stellen kann. So löblich der Wunsch ist, die Realität ist eine andere. Eltern wollen um jeden Preis ihre Kinder ins E oder P bringen, weil diesen nach Schulende mehr Türen offen stehen. Dies zu ändern, ist dem alten Lehrplan jedenfalls nicht gelungen und wäre auch vermessen, es einem neuen Lehrplan zuzutrauen.

Lassen Sie es nicht zu, dass Baselland einen komplizierten, unnötigen Sonderweg fährt und lehnen sie die beiden Bildungsinitiativen (Lehrplan 21 und Sammelfächer) mit Überzeugung ab!

Pascal Benninger

Präsident Grüne Region Sissach